Mein Leben als Call-Center Agentin Teil 1 – Arbeiten von zuhause aus?

Wer mich kennt weiß, dass ich kein Mensch bin, der gerne untätig ist. Ich möchte arbeiten, was tun, produktiv sein. Durch meine psychischen Probleme, habe ich eben etwas gesucht, was ich von zuhause aus tun kann. Die Recherche hat etwas gedauert und ich habe mich auch mit anderen beraten, was man machen könnte und was für mich überhaupt möglich und auch machbar ist. Ich habe lange geschaut, verglichen und auch überlegt denn die Bewertungen im Internet bezüglich der unterschiedlichsten Arbeitgeber waren schon ziemlich negativ. Trotzdem wollte ich den Schritt wagen denn nur wenn man sich selbst ein Bild macht weiß man, ob es nun das Richtige ist oder eben nicht. Nur durch Bewertungen wollte ich mich nicht beeinflussen lassen. Zur Auswahl standen mir drei recht große Firmen. Ich hatte mich 2018 natürlich auch bei allen Firmen beworben.

 

Bei der ersten Firma ging alles recht fix und ich wurde genommen. Ich habe dort aber schnell gemerkt, dass das nichts für mich war. Also habe ich gekündigt. Bei der zweiten Firma ging auch alles ganz schnell. Als ich den Vertrag schon unterschrieben habe, meldete sich auch die dritte Firma und wollte mich haben. Dieser Firma habe ich dann aber abgesagt. Ob das so richtig war, weiß ich leider nicht und werde es wohl nie erfahren. Mehr dazu aber später.

 

Der Start als Call-Center Agentin war holprig

Bei der ersten Firma gab es gutes Geld, Zulagen, ein teil meiner Internet- und Stromkosten wurden übernommen, anständig Urlaub und Zulagen wurden vereinbart, ich habe alle technischen Geräte wie Laptop, Monitor, Kabel, Tastatur, Webcam etc. wurden mir ebenso gestellt und ich olle Nuss habe gekündigt. Die Geräte musste ich natürlich zurück schicken.

Mir war Vollzeit für den Start ins Arbeitsleben doch etwas zu hart. Der Sprung ins kalte Wasser bescherte mir eine Schockstarre.

Dann kam die zweite Firma. Zuerst wurden wieder erst einmal alle technischen Voraussetzungen geprüft. Zum Glück habe ich einen Mann, der gerne am Computer zockt. Somit haben wir auch einen guten Pc und die Internetverbindung passte auch. Ich musste nur noch eine Webcam, eine neue Tastatur und eine kabelgebundene Maus bestellen. Ach nein, dazu kam auch noch ein ergonomisches Mauspad und ein ergonomischer Bürostuhl. Auch ein neues Schloss für unsere Tür musste her, da ich den Raum abschließen muss. Ein polizeiliches Führungszeugnis ist auch nötig. Also erst einmal etwas Geld ausgeben, damit ich Geld verdienen kann. Denn das bekomme ich nicht gestellt. Weder das Geld für das Führungszeugnis noch das Geld für die Geräte bekam ich dort zurück. Aber okay, das sind Dinge, die wir eh gebrauchen können. Also halb so schlimm. Allerdings hätten sie wenigstens die Kosten für das Führungszeugnis übernehmen können aber das ist eben nur meine Meinung.

Eingestellt wurde ich übrigens als Kundenberater in der Bestellannahme für einen großen TV-Shop Anbieter, was für die weiteren Teile wichtig zu wissen ist 😉

Als ich dann alles zusammen hatte, wurden einige Tests durchgeführt um zu schauen, ob Internet und Hardware wirklich passt. Ich hätte ja auch so tun können als ob. Ist absolut legitim. Dann sollte ich Montags mit der Schulung starten doch mir fehlten meine Daten. Sie kamen und kamen nicht und so konnte ich erst einen Monat später starten. Hat mich das geärgert? Ja, hat es aber gebracht hat es mir natürlich nichts. Also nochmal abwarten. Vorteile im Homeoffice – Du kannst Dir Deinen Schreibtisch gestalten, wie Du möchtest. Ich habe eine motivierende Scentsy Lampe dort stehen, ein teil meiner Parfum Sammlung, Bilder meiner Lieblingsmenschen und einen Kaktus, der mich daran erinnert, dass das Leben eben manchmal Stacheln hat.

 

 

Es war dann soweit. Die Schulung startete…

Ich war so aufgeregt und habe mit Herzrasen am Computer gesessen. Mir war schlecht und ich wusste überhaupt nicht, was auf mich zukommen wird. Als es dann soweit war, wurden wir ganz herzlich begrüßt. Wir hatten eine wirklich tolle Schulungsleitung für das Projekt. Nur waren wir einfach viel zu viel „Schüler“ in einer Gruppe. trotzdem konnte man, wenn man gut zugehört hat, alles gut verstehen. Nur waren manche Kollegen echt nervig und hatten ihr Mikrofon ständig an. Das heißt, man hat jeden Schluck Kaffee, jedes Hintergrundgeräusch und jedes Essgeräusch (boar hat mich das aggressiv gemacht) gehört. Die Schulung wird Vollzeit durchgeführt und nach der Schulung hatten wir ein Toj Gespräch. Das bedeutet Training On Job – Während unserer Gespräche war dann die Schulungsleitung oder/und unsere Teamleitung mit in der Leitung. Die haben uns zugehört und haben uns etwas Sicherheit geboten indem sie uns auch geholfen haben (uns ins Ohr geflüstert) wenn wir mal nicht mehr wussten, was zu tun ist. Wer das Toj erfolgreich hinter sich gebracht hat, wurde dann auf die Kunden losgelassen. Allerdings muss jeder zu jederzeit damit rechnen, dass uns jemand zuhört. Es hat aber wirklich Spaß gemacht und die Tatsache, dass wir gerade mal Mindestlohn bekommen, Strom und Internetkosten selbst zahlen müssen, war erst einmal Nebensache.

 

Wie der Start ins Arbeitsleben für mich war, erfährst Du im zweiten Teil…

 

Deine Yvonne